“When I find you, I’ll find me.”
11. Mai 2012
Da sitze ich wieder. Schaue in die Ferne und frage mich, wo denn das Schicksal jedes Einzelnen festgeschrieben wird und wer darüber entscheidet wie viel Glück wir im Leben erfahren dürfen. Ich gehe durch die Straßen und schaue in die Gesichter- Gesichter voller Freude, Gesichter voller Schmerz.. Jeder von ihnen hat eine Geschichte, jeder von ihnen könnte Bücher schreiben über Erfahrungen, die das Leben schafft. Erfahrungen, die mich zum Weinen bringen, Erfahrungen, die mich selig stimmen, Erfahrungen, um welche ich sie beneide. Erfahrungen, die grenzenlos sind.
Ich schaue in die Welt und frage mich, wie so oft, wie vermutlich jeder von uns, wo der Sinn liegt. Meine bisherige Antwort auf diese Frage war „Glück“. Doch ist das Leben mit einem Mal sinnlos, wenn der eine von uns kein Glück findet?
Wie definiere ich „Glück“?
Ich für meinen Teil finde das vollkommene Glück in der Liebe und der Brüderlichkeit der Menschen. Ich bin nicht Mutter Theresa und auch kein Ghandi, und doch denke Ich, dass das Leben viel einfacher und erträglicher wäre, würden wir uns ab und an darauf besinnen, dass wir alle eins sind. Jeder ein Teil eines großen Ganzen.
“If we have no peace, it is because we have forgotten that we belong to each other.” (Mother Theresa)
Und da bin ich wieder am Anfang. Bin ich dazu bestimmt Glück zu erfahren und am Ende glücklich zu sein? Wo liegt das “Ende” und muss Ich noch lange warten?
Ich fühle mich unvollständig. Ich fühle mich unvollendet. Ein Teil fehlt, ein Teil meiner Seele fehlt. Der Teil, der mich zu einem ganzen Menschen machen wird. Der Teil- der mich nie wieder die Frage bezüglich meines persönlichen Glücks stellen lässt.
“When I find you, I’ll find me.”
Und das Leben zieht weiter. Zieht weiter ohne mir meine Fragen zu beantworten. Zieht weiter ohne mir Beachtung zu schenken. Zieht weiter ohne mir die Gewissheit zu schenken, dass es sich lohnt.
Ich weiß nicht wo ich hin möchte und ich weiß nicht ob ich nicht hätte alles anders machen sollen. Ich frage mich ob ich wirklich lebe und mich nicht nur lenken lasse von dem, was ich für „richtig“ halte und ob ich nicht einfach meinen Rucksack nehmen und verschwinden sollte. Ganz weit weg, alles neu beginnen, alles neu erlernen. Neu leben.
Vielleicht bin ich auch nur verunsichert von dieser Instabilität und diesen geraden Linien, die sich schon durch mein ganzes Leben ziehen. Vielleicht ist es einfach Angst am Ende allein zu stehen und festzustellen, dass man nie dazu bestimmt war die wahren Schönheiten des Lebens zu erfahren.
Nobody is perfect.
Schwebend.
26. März 2012
Wird Liebe vom Verstand oder, wie alle sagen doch vom Herz bestimmt?
Wer hat definiert wann ein Mensch liebt und ob es nicht nur eine Zuneigung, egal ob körperlich oder geistig ist, die zwischen uns und dem anderen Menschen steht und uns in eine gewisse Abhängigkeit wirft?
Schon wieder, nachdem Ich einige wunderschöne Momente mit einem Menschen genießen durfte, der mir offensichtlich gut tut und mich nie im Leben nur ansatzweise absichtlich verletzen würde, bin ich dabei alles wieder zu zerstören, weil Ich mich zu einer Person hingezogen fühle, die ebenfalls offensichtlich noch nicht einmal bereit ist für jemanden, wie mich.
Werden wir immer von den Aspekten im Leben angezogen, die nie zu uns gehören können?
Ich kenne diesen Menschen, der es in jeglicher Hinsicht ehrlich und ernst mit mir und unserer Zweisamkeit meint seit Jahren und bin mir bewusst, dass er mich nie so unglücklich machen würde, wie es andere vor ihm geschafft haben. Dabei wird mir jedoch langsam klar, dass Ich für Ihn vermutlich auch nie so empfinden werde, wie für die, die es schafften mich zu Boden zu bringen. Nicht vorhandene weibliche Logik. Auf der einen Seite suchen wir Sicherheit und Fürsorge, wenn wir es dann haben, wollen wir es nicht mehr und suchen wieder das Abenteuer und damit auch die Menschen, an denen wir uns wissentlich die Finger verbrennen.
Ist unsere heutige Gesellschaft und deren Mitglieder nicht mehr für tiefgehende, ehrliche und dauerhafte Beziehungen geeignet, weil uns das zu langweilig geworden ist und das Zwischenmenschliche genauso schnelllebig sein muss, wie das Leben heutzutage?
Das Schlimmste an diesen ganzen Erfahrungen ist vermutlich die Feststellung sich ein weiteres Mal getäuscht zu haben. Immer wieder schöpft man neue Hoffnung und meint, es nun endlich gefunden und geschafft zu haben und wird dann letztendlich doch eines Besseren belehrt und beginnt erneut mit den Selbstzweifeln.
Existiert das Prinzip „Topf und Deckel“ noch?
And I wanna say “thank you” in case I don’t thank you enough…
20. Februar 2012
Dass der Mensch Liebe braucht, wurde ja bereits erwähnt. Dass der Mensch Hoffnung braucht, ist uns allen sicherlich ebenfalls bekannt. Dass der Mensch beides verlieren kann, ist teilweise umstritten, jedoch nachvollziehbar und was, wenn es eines Tages doch einmal dazu kommt?
Lebenssituationen prägen jeden von uns. Selbst, wenn eine bestimmte Situation für den Einen nur die geringste Bedeutung hat, kann es den anderen das Herz zerreißen und zu Grunde richten. Brüderlichkeit ist dann das Wichtigste. Aufhelfen, wo noch zu helfen ist.
Doch, können alle seelischen Wunden heilen?
Ich rede vom Enttäuschen und vom enttäuscht Werden. Geht man offen in die Welt, verschließt weder Herz noch Gedanken, läuft man früher oder später Menschen über den Weg, die für den Einzelnen an Bedeutung gewinnen. Doch was, wenn man wiederholt bei jeder neuen Begegnung die Kenntnis gewinnt, dass die zugeteilte Bedeutung der Person nicht angemessen war und man am Ende nicht da steht, wo man eigentlich hin wollte? Was, wenn man bei jedem Mal erneut hofft und bei Null beginnt und alle Energie und noch vorhandene Liebe investiert um etwas zu schaffen, was von Wert ist und am Ende feststellen muss, dass man wieder ein Stück von sich vergeben, doch nichts dafür bekommen hat?
Können wir das Verlorene je wieder aufholen?
Identität
7. Februar 2012
Tag ein Tag aus stehen wir morgens auf, stehen unwissend vor dem Kleiderschrank, werfen uns im Stress noch ein Stück Nutellabrot ein, putzen uns die Zähne und gehen aus dem Haus. Jeden Tag weckt uns der Gedanke an das, was von uns erwartet wird. An das, was auf uns zukommt. An das was uns erwartet und an das, was wir bewältigen müssen.
Sind wir nicht die ganze Zeit damit beschäftigt zu planen, unsere Leben zu planen, damit es „ohne Probleme“ weiter geht? Steht die Zukunft und deren Gestaltung nicht jeden Moment im Vordergrund und vergessen wir dabei nicht das Wichtigste? Wo bleibt das Leben?
Richtig. Es rauscht nur so an uns vorbei und wie oft haben wir nicht schon die Worte gehört „Wie schnell die Zeit vergeht“, wenn wir sie nicht schon sogar selbst ausgesprochen haben? Natürlich vergeht alles, wie im Flug- weil wir in unserer ganzen Planung vollkommen vergessen, den Moment und das eigentliche Leben in seinen wunderschönen Zügen zu genießen. Wir sind jeden Tag so damit beschäftigt beschäftigt zu sein, dass wir dabei ganz vergessen, dass wir nur dieses eine Leben haben und vergessen, Mensch zu sein.
Wo werden wir am „Ende“ stehen, wenn alles, wie gehabt, weiter geht?
Wohin führt wohl das Ignorieren und Vernachlässigen unserer eigenen Identität, wenn wir einmal all das erreicht haben, „was wir uns vorgestellt“ und in unseren Plänen ausgemalt haben? Ich wette den Wenigsten würden Worte, wie „Glück“, „Liebe“, „Spaß“ oder „Lebensfreude“ in den Sinn kommen, wenn sie nach den Zielen der nächsten Jahre gefragt würden. „Erfolg“, „Reichtum“, „Karriere“ und „Sicherheit“ würden in diesem Fall wo unbestreitbar dominant sein. Doch, wen wundert das? Mich nicht.
Natürlich ist jedes menschliche Wesen auf Weiterentwicklung und vor allem finanzielle und zukünftige Sicherheit aus – wäre dies nicht gegeben, würden wir unter dauerhaften Existenzängsten leiden. Doch, was ist mit der Regel vom goldenen Mittelweg? Angenommen, wir verfolgen unser ganzes Leben nur dieses eine materielle Ziel, vergessen dabei alles um uns herum, das Leben, uns als Person und alles was letztendlich die wahre Lebensfreunde in einem Menschen auslöst.
Erwartet uns am „Ende“ nicht tiefe Trauer?
Ich denke wir sollten darüber nachdenken, was das „wahre Ziel“ im Leben ist, was jeden Einzelnen glücklich macht und ob es sich nicht vielleicht lohnt ab und an Opfer für das Glück zu bringen.
Lebt! Lebt für euch.
Restart.
31. Januar 2012
Unter Strom. Das ist wohl die passende Bezeichnung für alles, was gerade vor sich geht und wie ich mich, genau wie alle anderen Studenten, dabei fühle. Eingekreist von Druck, Zukunftsängsten und Selbstzweifeln, ist es schwer sich zwischendurch auch einmal selbst wieder zu finden, weil man die ganze Zeit damit beschäftigt ist das zu leisten, was von einem erwartet wird. Was man selbst von sich erwartet und was die Voraussetzung für alles Weitere darstellt. “Da mussten wir alle mal durch“. Die Wahrheit. Aber trotzdem ist es jedes Mal aufs Neue ein Kampf ums Überleben, ein Kampf, um der Selektion zu entgehen und die Möglichkeit zu bekommen, da weiter zu machen, wo es einen hinzieht.
Und wieder sollen wir einmal auf die Probe gestellt werden. Wiedereinmal wird überflüssiger Weise getestet, ob wir in der Lage sind Unmengen an, zum Teil unnützen, Wissen innerhalb kürzester Zeit in unsere intelligenten Köpfe zu pressen und es dementsprechend innerhalb von 90 Minuten oder drei Stunden genauso wiederzugeben. Ist das Leben allein nicht schon eine einzige Probe? Ist es notwendig auf diese Art und Weise die Dinge noch zu verkomplizieren, auch wenn das im Endeffekt nichts über die Kompetenzen des Menschen, denn viel mehr über sein Talent Sachverhalte auswendig zu lernen, aussagt? Überflüssig.
Natürlich kann man mir hier leicht widersprechen und ich gebe auch zu, dass es mehr als notwendig ist den Entwicklungsstand eines Lernenden zu kennen und auch in regelmäßigen Abständen zu evaluieren. Ich möchte nur verdeutlichen, dass ich es als nicht realitätsgerecht empfinde, Lernende nach Noten und Tests zu beurteilen und somit über ihren weiteren Lebensweg zu entscheiden. Viel mehr sollte doch der Individualismus im Vordergrund stehen. Man sollte sich mit dem Wesen und der Art, wie der oder die jenige ihr erworbenes Wissen einzusetzen weiß, beschäftigen und nicht mit deren Kurzzeitgedächtnis. Auswendig lernen kann so gut wie jeder.
In jedem Fall ist diese Vorstellung schwer umzusetzen, aber würde aus den Menschen nicht nur, mit unanwendbaren Wissen ausgestopfte, Marionetten des Systems machen, sondern kreative und selbsterfinderische Köpfe schaffen, die unser Land und vielleicht auch Welten darüber hinaus eines Tages ein Stück voran bringen könnten. Doch auf persönliche Entfaltung und Daseinserweiterung zielt unsere Gesellschaft ja bekanntlich nicht aus.
„Nichts ist gerechter verteilt als die Intelligenz. Jeder glaubt, er habe genug davon.“ (René Descartes)
Leider ist es schwer solch ein System als Einzelne(r) zu brechen, deswegen sind wir wohl oder übel daran gebunden, was andere uns vorgeben und vorleben und werden Tag für Tag weiter in die Richtung getrieben, wo man uns am Ende sehen möchte. Das Einzige, was uns in diesem Moment bleibt, ist unser Bewusstsein, dass die Steuerung zwar über uns ergeht- doch dass wir immernoch in der Lage sind sie zu erkennen und vielleicht eines Tages auch zu durchbrechen. Wichtig dabei ist, sich bewusst zu werden, wer man selbst ist und wo man “am Ende” stehen möchte.
Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg – wenige in Bezug auf das Ziel. (Friedrich Nietzsche)
Haltlos.
25. Januar 2012
Stabilität- wohl eines der angenehmsten Gefühle, das der Mensch empfinden kann. Halt, der einem Sicherheit gibt und das Gefühl, einen Platz zu haben, wo Mensch hin gehört. Doch was, wenn man soetwas nicht besitzt? Was, wenn man sein Leben lang nach diesem Punkt sucht, der einen glauben lässt, angekommen zu sein? Was, wenn man dort nie, oder zu spät ankommt?
Es mag sich vielleicht bizarr anhören, wenn ich von einem “Leben lang” spreche. Natürlich sind zarte 19 Jahre kein Grund zur Verzweiflung, doch der Wunsch nach Halt und Sicherheit ist wohl alles andere als altersabhängig. Mir kam eben in den Sinn, dass Ich doch bisher mein Leben von vorn bis hinten durchgeplant hatte- alles so verlief, wie Ich es mir vorstellte und Ich nichts dem Zufall überlassen habe. Ich denke, der Grund für all das lag einfach darin, dass Ich immer schon nach diesem Ort gesucht habe- den Ich mein “Zu Hause” nennen konnte. Ich habe die Suche nach diesem Punkt geplant, in der Hoffnung bald anzukommen, doch davon bin Ich noch weit entfernt. Nicht zuletzt war jedoch all das der Grund, warum Ich jetzt da stehe, wo ich bin- warum Ich die Erfahrungen gemacht habe, die mich bereichert haben.
“A house is not a home, when your loved ones are gone…” (P.Diddy, I’m coming home)
Hätte Ich vielleicht doch das ein oder andere Mal auf mein Herz hören sollen, und nicht auf meinen Verstand??
Wo Ich dann wäre, kann Ich nicht sagen. Auf jeden Fall nicht hier in Berlin, mitten in einem Studium, was mir alle Türen der Welt öffnet, unter Menschen, deren Gegenwart ich nie wieder missen möchte. Auf der anderen Seite könnte Ich weit weg sein, von den Dingen die mich unglücklich gemacht haben- doch die ich auch gut überstanden habe. Manchmal wünsche Ich mich zurück, vorallem dann, wenn Ich von meinen Liebsten aus Paris höre und die Gespräche mit einigen wunderbaren Menschen da drüben vermisse. Die Wärme, die ich so oft erfahren habe und das Gefühl von Verbundenheit und Brüderlichkeit, das mir jeder einzelne, mir ans Herz gewachsene Mensch, gegeben hat.
“Let the rain wash away all the pain of yesterday…”( ” )
Auf privater Ebene ist da doch alles etwas einfacher. Etwas offener. Etwas menschlicher. Doch ich werde zurück kehren.
Für alles, was passiert, gibt es einen Grund. Für alles, was man tut, hat man einen Grund. Manchmal tut man Sachen aus den falschen Gründen, was sich am Ende entweder als größte Fehlentscheidung des Lebens entpuppt, oder – ganz im Gegenteil- einem im Leben so viel Erfahrung, Freude und vorallem Lebenskraft gibt, wie man es sich nie vorstellen hätte können. Ich wünsche jedem den Eintritt des zweiten Falls, denn Fehlentscheidungen sind menschlich und sollten nicht bestraft werden.
Ich denke das Wichtigste überhaupt ist, egal was sich einem in den Weg stellt, sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren, auch wenn es heftige Rückschläge geben kann. Rückschläge, die mehr als schwer zu verkraften sind, die uns am Ende jedoch stärker machen sollen, als wir es vorher schon waren.
“So cry if you need to…”(Drake, Doing it wrong)
Denn am Ende haben wir nur uns.
Umbruch.
22. Januar 2012
Wie schnell sich auf einmal alles ändern kann.
Freitag hab ich mich noch damit beschäfigt, wie es wohl wäre, wenn man etwas Fundamentales eingehen würde und welche positiven, oder auch negativen Folgen dies mit sich ziehen würde. Samstag abend sitze ich schon wartend vor meinem Telefon, in der Hoffnung das “er” anruft. Doch bei “ihm” geht es plötzlich um eine völlig andere Person.
Ich war nie der Typ Frau, der sich schnell auf jemanden eingelassen hat, oder der Hoffnung schöpfte aus Situationen, die so nie eine Basis dazu geliefert haben, doch irgendetwas war dieses Mal anders. Er kam. Und er blieb. Meiner Erfahrung nach, sind diese kleinen Abenteuer, die jeder Single ab und an erlebt, eine zeitlich begrenzte Sache und es ist wohl nicht üblich, dass der Besucher auch noch am Folgetag bis abends deine Gedanken und deine Zeit teilt, mit offensichtlichen Interesse und einem Gefühl von Verbundenheit. Komisch. Ich bin mir nicht sicher, was ich aus diesen 15 Stunden heraus lesen soll, die doch sehr inhaltsreich- und nicht nur körperlich bereichert waren. Es schien mir, als gäbe es eine Basis, doch…
weiß er jetzt zu viel?
Ich bin der Meinung, dass alles Sexuelle, nicht den Stellenwert hat, welcher ihm oftmals zugeteilt wird. Ich denke, dass die Offenlegung der eigenen Seele viel wertvoller und gefährlicher ist, als alles andere, was man einem Menschen anvertrauen kann.
Jetzt bleibt nur abzuwarten, und zu hoffen – dass diesmal nicht alles ein Irrglaube war.
Freiheit.
20. Januar 2012
Dass Schlussstriche dem Menschen gut tun, ist allseits bekannt. Dass Schlussstriche meist der Anfang von etwas Neuem, etwas Wunderschönen sein können- ist noch wenig erforscht, doch ich glaube daran. Der Schlussstrich von dem Ich rede, wurde nach langer Zeit, und vermutlich auch viel zu spät, gezogen, doch nun war es so weit und seitdem ist auch meine Seele frei. Endlich.
Ich rede von dieser, doch etwas bizarren, Verbindung zu dem Vergangen, die innerlich doch noch auf irgendeine Weise bestand- vielleicht durch Erinnerungen oder unterbewusste Hoffnung. Es war noch nie meine Stärke Beziehungen, sei es zu Freunden oder zu Relationen, die über das Freundschaftliche hinaus gingen, zu beenden. Eigentlich kann ich es gar nicht- und das wird für mich immer und immer wieder zum Problem, sollte der Mensch, um den es geht, einmal eine nennenswerte Rolle in meinem Leben gespielt haben.
Manche Menschen nutzen die Schwächen Anderer aus. Es ist leicht jemanden “bei der Stange” zu halten, bei dem man sich sicher ist, dass er nicht in der Lage ist, die “Beziehung” zu beenden und man somit ganz leicht den eigenen Nutzen daraus ziehen kann und den Menschen in die Richtung lenkt, die einem lieb ist. Alles in dem Wissen, dass man Alles in der Hand hat.
Auch, wenn ich es auch dieses Mal nicht alleine geschafft habe, fühle ich mich doch endlich frei- da es in jedem Fall vorbei ist. Vorbei mit den verschwendeten Gedanken, Nerven und sinnlosen Plänen. Vorbei mit dem Gefühl des Gefangenseins und vorbei mit dem Glauben, es gäbe nichts Größeres mehr.
Ich fühle mich frei.
Und als wäre es ein Zeichen, begegnet man innerhalb kürzester Zeit einer Hand voll unglaublich toller Menschen und erfährt alle Vorteile und Schönheiten der Ungebundenheit und des Neubeginns. Ich habe mich selten besser gefühlt und auch, wenn gerade viel um mich herum passiert, ich spreche von Prüfungsstress und anderen Dingen, die mich in Anspruch nehmen, stehe ich meist mit einem Lächeln morgens auf, freue mich darüber, dass die Sonne scheint und kann den ganzen Tag an nichts Anderes denken, als an die Dankbarkeit, die ich verspüre. Doch darüber muss ich nicht nocheinmal schreiben- ihr kennt ja meine Lebensphilosophie!
Seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe- sind einige Wochen vergangen. Ich habe meine Arbeit in Paris beendet und die Zeit wiedereinmal mehr als genossen und musste Anfang Januar wieder in die Realität zurückkehren. Hier begannen für mich umgehend Prüfungsstress und Arbeit, doch auch das geht vorbei. Der nächste Trip nach Paris ist schon wieder geplant
Warum ich eigentlich wieder begonnen habe zu schreiben, ist der Fakt, dass mich zur Zeit ein Zwispalt beschäftigt, der mir doch mehr oder weniger den Nerv “raubt” und ich nicht weiß, wie ich dieses “Problem” angehen soll. Ich weiß, dass ich in circa einem halben Jahr Deutschland wieder verlassen werde, mein Studium in Cambridge, England weiterführen werde und mindestens zwei Jahre somit wieder im Ausland verbringe.
Macht es also Sinn zum jetzigen Zeitpunkt, etwas einzugehen, was sich später als hinderlich erweisen, und vielleicht sogar Schmerzen bereiten könnte- selbst, wenn es scheint gut zu “passen”??
Natürlich sucht jeder Mensch nach Nähe,Vertrauen und Geborgenheit- was aber, wenn die spätere Trauer, die das Ganze mit sich ziehen könnte, das Glück und die Freude bei Weitem überragt? Ich glaube, noch fühle ich mich nicht stark genug, dieses Risiko wieder einzugehen…
“Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein”.
26. Dezember 2011
Wenn man gefragt wird, warum es einen immer und immer wieder an den gleichen Ort zieht- dann kann man wohl davon ausgehen, dass diesbezüglich ein gewisses Heimatgefühl vorhanden ist. “Zu Hause ist da, wo man den Hut hin hängt.”- wahre Worte, auch wenn das in meinem Fall, was den Hut angeht, nicht ganz stimmt- aber wir wissen ja wie das gemeint ist
Ich bin mal wieder angekommen. Angekommen an dem Ort, wo mich Probleme nur halb so schwer belasten, wo Menschen gegenseitiges Interesse zeigen, wo Freunde Freunde sind und Ich hinein passe.
Ab und an kommt es vor, dass ich um Rat gebeten werde- egal ob es um Beziehungen, Lebensituationen oder anderweitige persönliche Probleme geht. Die “gängigste” Antwort, wenn man das so sagen kann, ist, egal in welchem Fall, zuerst- dass jeder auf sein Herz hören und Diesem folgen sollte, da man sonst der Gefahr läuft einen riesigen Fehler zu begehen, den man später im Leben vermutlich einmal bereuen wird.
Ich selber halte mich nicht daran- doch etwas unglaubwürdig.
Würde ich auf mein Herz hören und Diesem folgen, säße ich jetzt nicht mit meinem Wirtschaftsstudium in Berlin “fest”, dabeo etwas “Vernünftiges” zu tun. Nein, ich wäre hier geblieben, in unendlichen Schulden versunken und hätte am Ende vermutlich gar keine andere Wahl gehabt, als wieder zurück zu gehen.- Da haben wir’s!- Deswegen modifiziere ich meine “gängige” Antwort und sage: “Hör auf dein Herz, insofern dein Verstand deine Entscheidung ein Stück weit unterstützt!” Manchmal ist Nachdenken existenziell.
“Selbstverwirklichung”- ein Wort, das jeder kennt aber nicht jeder weiß umzusetzen. Streben wir nicht unser Leben lang danach, das sein zu können, was wir gerne sein möchten, oder was wir wirklich sind?
Wir sind dafür verantwortlich unser Leben, unsere Gegenwart und Zukunft, unsere Karriere und unser Glück zu formen. Allein wir haben die Mittel, um alles, was uns persönlich betrifft zu beeinflussen- niemand sonst. Diesen Fakt muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen und sich dann darüber bewusst werden, wieviel Macht eigentlich in unseren Händen liegt. Wir können ein Leben formen, und zwar unser Eigenes.
Wo würden wir heute stehen, wenn wir keine Ziele hätten?
Das Ziel im Leben, bestimmt unseren Weg. Manche haben das Ziel viel Geld zu verdienen. Manche haben das Ziel berühmt zu sein. Manche haben das Ziel, jemand anderes zu sein, und manche haben das Ziel, einfach nur glücklich zu sein. Wie wir dahin kommen, müssen wir selber heraus finden und diesen Weg zielstrebig und mit vollster Überzeugung verfolgen. Der Mensch ist zu Taten fähig, von denen er selbst nicht einmal zu träumen wagte. Doch wissen wir einmal WO wir hinwollen und vorallem WIE wir da hinkommen- steht dem persönlichen Erfolg nichts im Wege. Das sollte sich jeder, der von Selbstzweifeln geplangt wird, ins Gedächtnis rufen.
Nothing is impossible.
Wie Andreas Ackermann in seinem Buch “Easy zum Ziel” schon erwähnte, vermute auch ich, dass der Schlüssel zu all dem, was wir uns wünschen darin liegt uns mit Lösungen zu beschäftigen, und nicht mit Problemen- was der eigentliche Stand der Dinge ist. Wenn wir am Positiven anknüpfen und dem Negativen keinen Spielraum bieten- wie soll es dann zum Fall kommen?
Warum eigentlich dieses ganze Lebensphilosophiegeblabbel?? Hm, ich vermute ich nehme das Leben und die Einstellung der Menschen zur Zeit wieder genauer unter die Lupe, da ich mein eigenes Leben durch die Zeit in meiner Wahlheimat wieder um einiges strenger betrachte, als es normalerweise der Fall ist und ich in meine Theorien all meine Gedanken einbeziehe. Ich denke auch ich bin noch lange nicht am Ende der Reise angekommen, um den Mittelpunkt meiner Welt zu finden, um den sich im Endeffekt alles dreht. Hierbei spreche ich nicht von einem Ort oder einer Person. Hierbei spreche ich von dem so genannten “inneren Frieden”, den Zustand “angekommen” zu sein.
Jeder kennt diese Redensart, doch wer weiß eigentlich etwas damit anzufangen?
Sentimental.
15. Dezember 2011
Schon irgendwie ein komisches Gefühl – der Gedanke an das erste Weihnachten nicht zu Hause. Auch, wenn ich immer wieder beteuere, dass Weihnachten für mich keine Bedeutung mehr hat, seitdem vor sieben Jahren meine Familie zerbrach, war es heute äußerst schwer für mich meinen Vater, nach seinem kurzen Besuch, gehen zu lassen. Ich umarmte ihn, und er flüsterte mir das erste Mal ins Ohr: “Ich hab dich lieb.”. In dem Moment spürte ich, ich hatte alles richtig gemacht. Er ist stolz auf seine Große und schon musste er wieder weg. Ich wunk ihm nocheinmal zu, schloss dann die Tür. Ich hasse diesen Schmerz, der einen dann kurz danach durchs Herz zieht und man die Tür wieder aufreißen und den Menschen umarmen möchte, weil man das Gefühl hatte, man müsse es jetzt einfach tun. Ich habe es nicht getan.
I love you more than music.
Alles scheint sich um Moment zu ändern. So viele Gedanken an Menschen, so viel Sensibilität und Einsamkeit. So viel Sehnsucht nach Familie und Wärme. Bisher versuchte ich mich von diesem ganzen Weihnachtskram fern zu halten, doch heute kam ich nicht drum herum Weihnachtslieder zu singen, in gemütlicher Runde zu sitzen und daran erinnert zu werden, was doch im Leben das Wichtigste ist. Brüderlichkeit.
Menschen lachen zu sehen, weil du ihnen eine Freude bereitet hast. Menschen lachen zu sehen, weil es ihnen gut geht. Menschen lachen zu sehen, weil sie lieben und geliebt werden. Die einzig wahre Erfüllung, was alle anderen Werte in den Schatten stellt. Dann, bin auch ich glücklich.
Doch auch ich komme nach Hause. Ich kann es kaum erwarten da anzukommen, wo ich mich zu Hause fühle. Kann es kaum erwarten, die Menschen in die Arme zu schließen, die mir viele unvergessliche Erfahrungen und Erlebnisse geschenkt haben und die bis auf ewig eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen werden. Morgen fliege ich nach Paris zurück, ganze zweieinhalb Wochen darf ich die Magie dieses Ortes in mich aufsaugen. Ich kann es kaum erwarten, das Glück durchströmt mich förmlich. Ich freue mich erneut auf eine unvergessliche Zeit und auf eventuelle Neuigkeiten und Überraschungen, die ich mit zurück in den Alltag bringen werde.
I’m coming home.

